Bio-Wirtschaft

Der wichtigste Grund, warum Dinge sich nicht ändern, ist die Unwissenheit der Massen. Wenn eine Mehrheit wüßte, was alles mit heutigen Mitteln möglich wäre, lebten wir schon längst im Paradies. Die Massen schlafen und sind sich ihrer Macht nicht bewußt.

Eine dieser entscheidenden „Unwissenheiten“ ist die Bio-Agrar-Landwirtschaft. Sie ist möglich. Sie ist gesund. Sie beruht auf Artenvielfalt statt chemische Düngung und Mono-Kultur, sie beruht auf Kooperation statt Monopol.

Wenn Pflanzen in einem harmonischen Kompendium zusammengestellt werden, dann gehen sie eine Symbiose ein. Sie helfen sich gegenseitig. Jede Pflanze übernimmt dabei eine für sie spezifische Position und Aufgabe im Garten oder auf dem Feld. Pflanzen produzieren vielerlei chemische Stoffe über ihre Wurzeln und Blätter. Hinzukommt die Biomasse, die jeden Herbst auf den Boden fällt und abstirbt und wiederum von vielen Pflanzen verwertet wird. Ein in sich geschlossener Kreislauf (wenn der Mensch es erlaubt, wenn der Mensch Zeit hat und nicht vor lauter Gier dem Profit hinterherhetzt).

Die Art und Weise, wie wir momentan kultivieren ist desaströs, zerstörerisch und begünstigt nur die großen Chemie- und Pharma-Konzerne, die mit dem Verkauf ihrer giftigen Pestizide eigensüchtige Gewinne erzielen und die Bevölkerung vergiften. Es geht anders! Es ist möglich! Die Natur ist darauf ausgerichtet ALLEN zu helfen, egal welcher Nationalität oder Hautfarbe jemand hat. Die Sonne scheint für ALLE Menschen. Der Regen fällt auf ALLE Felder und Häuser!

Die GDU steht für Bio-Landwirtschaft und lokale Märkte, Artenvielfalt und Kooperation statt Monopol.

Einen immens wichtigen Beitrag zur Agrar-Ökologie leisten hierbei die Kubaner. Und zwar aus einer Not-Situation heraus. Der Zusammenbruch der UdSSR führte Anfang der 1990er Jahre in kürzester Zeit zu einer Auflösung der bestehenden Außenhandelsstrukturen Kubas. Dies traf die industrielle kubanische Agrarproduktion und die Lebensmittelversorgung Kubas im Kern. Die plötzliche Knappheit von Lebensmitteln, Pestiziden, Düngemitteln und Treibstoff mußte irgendwie kompensiert werden und so experimentierte Kuba ohne jegliche Pestizide mit einem Projekt, das die Artenvielfalt ins Zentrum rückte. Mit dieser Form des biologischen Anbaus erzielten sie höhere Erträge als vergleichbare Felder, die auf Monokultur mit Pestiziden kultiviert wurden.

Lesen Sie hier ein Interview mit Fernando Funes-Monzote, PhD, Universität Mantanzas über das enorm erfolgreiche Bio-Diversitäts-Experiment in Kuba Anfang der 1990er Jahre.

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